Aktionismus

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Aktionismus (v. lat. actio „Handlung“) bezeichnet betriebsames, unreflektiertes, oft zielloses Handeln ohne Konzept. Aktionismus kann auch bedeuten, dass viele Projekte angedacht oder begonnen, aber nicht zu Ende geführt werden.

Aktionismus – oder auch bloßer bzw. blinder Aktionismus – ist somit eine abwertende Bezeichnung für Tätigkeiten, die verhältnismäßig viel Energie verbrauchen, obwohl sie nur wenig Wirkung entfalten und keine, oder zumindest nicht die gewünschten Ergebnisse zeitigen. Der Hauptzweck von Aktionismus besteht darin, den Anschein von Untätigkeit oder Überforderung zu vermeiden oder zu vertuschen.

Der Begriff steht auch für unorganisierte politische oder soziale Aktionen, die zwar eine Veränderung bestehender gesellschaftlicher Verhältnisse bezwecken, deren Ziele aber weder genau definiert noch zu Ende gedacht und deren Konsequenzen meist nicht bedacht sind.

Der Vorwurf des „bloßen Aktionismus“ wird oft insbesondere Politikern gemacht. So gibt es auch immer wieder Politiker oder politische Gruppierungen, die mit einer Flut von Resolutionen und Demonstrationen zu den verschiedensten politischen Fragen hervortreten, darüber aber die zielgerichtete, praktische, der Öffentlichkeit oft schwer vermittelbare, politische Arbeit vernachlässigen.

In der bayerischen Umgangssprache werden derart betriebsame Personen auch Gschaftlhuber genannt.


Wiener Aktionismus


Als Wiener Aktionismus wird eine Bewegung der modernen Kunst bezeichnet, die in enger Parallele zur etwa gleichzeitig aufkommenden Happening- und Fluxus-Kunst gesehen werden muss. Seine hauptsächlichen Vertreter waren Günter Brus, Adolf Frohner, Otto Mühl, Hermann Nitsch, Alfons Schilling, Rudolf Schwarzkogler und Oswald Wiener. Der Wiener Aktionismus war als eigene Bewegung ca. von 1960 bis 1971 virulent. Die meisten seiner Vertreter haben nach 1970/71 in jeweils eigenständiger Weise weitergearbeitet und sind z.T. bis heute als Künstler aktiv. Besonders berühmt wurde die von den Medien als Uni-Ferkelei bezeichnete Aktion vom 7. Juni 1968 von Günter Brus, Otto Mühl und Oswald Wiener, die eine Anklage aller Beteiligten nach sich zog.

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